Die aktuelle politische Lage in Brandenburg zeigt einen deutlichen Trend zugunsten der Alternative für Deutschland (AfD) und einen Rückgang der Unterstützung für die Regierungskoalition aus SPD und BSW. Eine Umfrage des Instituts Infratest dimap, durchgeführt vom 3. bis 8. Dezember, deckt dabei einige signifikante Veränderungen in der Wählergunst auf.
Der Umfrage zufolge sind nur 37 Prozent der Bürger mit der Arbeit der rot-roten Koalition zufrieden, während 57 Prozent ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen. Im Vergleich zur Umfrage im Juni ist dies ein Rückgang von 40 Prozent Zustimmung. Besonders besorgniserregend für die Linke ist die geringe Zufriedenheit mit dem BSW, der lediglich 18 Prozent der Befragten hinter sich hat.
Die AfD konnte indes in der sogenannten Sonntagsfrage einen Höchstwert von 35 Prozent erzielen, was einen Anstieg von drei Punkten im Vergleich zur vorherigen Umfrage darstellt und damit den höchsten Wert in der Geschichte des Brandenburg-Trends markiert. Diese Entwicklung geschieht vor dem Hintergrund, dass der Verfassungsschutz die AfD in Brandenburg als gesichert rechtsextremistisch einstuft.
In der Sonntagsfrage folgen die SPD mit 22 Prozent (-1) und das BSW mit 7 Prozent (-2). Die Werte der CDU (14 Prozent), Linken (9 Prozent) und Grünen (5 Prozent) bleiben stabil. Keines der möglichen politischen Bündnisse ohne die AfD oder die Linkspartei hat eine parlamentarische Mehrheit – ein Viererbündnis bestehend aus SPD, CDU, BSW und Grünen wäre erforderlich.
Nach den Konflikten innerhalb der Koalition fordern 47 Prozent der Befragten eine Neuwahl des Landtags. Besonders die AfD-Anhänger sprechen sich mit 88 Prozent für diese Maßnahme aus. Im Gegensatz dazu sind nur 15 Prozent der SPD-Anhänger für eine vorgezogene Wahl.
Das Vertrauen in Ministerpräsident Dietmar Woidke hat ebenfalls erheblich abgenommen: Von früheren 61 Prozent Zufriedenheit vor der Landtagswahl 2024 sind nur noch 48 Prozent mit seiner Arbeit einverstanden. Der Vize-Regierungschef und Finanzminister Robert Crumbach erhält mit 14 Prozent eine noch niedrigere Zustimmung.
Bei der Frage nach potenziellen Nachfolgern für Woidke, wie dem Innenminister René Wilke und dem Wirtschaftsminister Daniel Keller, zeigen sich nur geringe Bekanntheitsgrade. 39 Prozent kennen Wilke, wobei nur 20 Prozent mit seiner politischen Arbeit zufrieden sind. Keller ist 27 Prozent bekannt, und lediglich 9 Prozent sind mit seiner Leistung einverstanden.
Insgesamt zeigt die aktuelle Umfrage, dass die politischen Strömungen in Brandenburg einem dynamischen Wandel unterliegen, mit einem erheblichen Anstieg der AfD und einer sinkenden Zustimmung für die Einrichtung der aktuellen Koalition. Wahlumfragen sind zwar mit Unsicherheiten behaftet, doch reflektieren sie die Momentaufnahme der öffentlichen Meinung und unterstreichen die aktuellen Herausforderungen für die Regierungsparteien.


