Die politische Situation in Thüringen bleibt angespannt, ein Jahr nach dem Amtsantritt der Regierungskoalition aus CDU, BSW und SPD. Aktuellen Umfragen zufolge ist die Koalition weit von einer parlamentarischen Mehrheit entfernt, während die Alternative für Deutschland (AfD) unter der Führung von Björn Höcke weiterhin an Popularität gewinnt.
Eine neueste Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa, beauftragt von Funke Medien Thüringen, zeigt, dass die AfD mit 39 Prozent einen Rekordwert erreicht hat. Im Gegensatz dazu kommen die drei Regierungsparteien insgesamt nur auf 37 Prozent, was ihnen derzeit neun Prozentpunkte zur notwendigen Mehrheit im Landtag fehlt.
Die CDU, die unter Ministerpräsident Mario Voigt ins Rennen ging, liegt bei 24 Prozent, was in etwa den Ergebnissen der Landtagswahl 2024 entspricht, als sie 23,6 Prozent der Stimmen erhielt. Das BSW, das bei der Wahl noch 15,8 Prozent erzielte, fällt gemäß der neuen Umfrage auf nur noch sieben Prozent. Auch die SPD erreicht mit sechs Prozent den gleichen Wert wie bei der Landtagswahl.
Die AfD konnte im Vergleich zur letzten Landtagswahl, bei der sie 32,8 Prozent der Stimmen erhielt, ihren Stimmenanteil weiter steigern. Sie stellt nun die größte Fraktion im Landtag von Erfurt. Die Linke hingegen bleibt stabil und erreicht 14 Prozent, was leicht über ihrem Wert von 13,1 Prozent aus dem Jahr 2024 liegt.
Die Regierungskoalition, die insgesamt 44 von 88 Sitzen im Landtag innehat, sieht sich daher gezwungen, regelmäßige Unterstützung von der Linken zu suchen, um die aktuelle Patt-Situation zu überwinden. Der politische Druck auf die Koalition wächst, während die nächsten Schritte in der Thüringer Politik weiterhin unklar sind.
Die Umfrage befragte von Dienstag vergangener Woche bis Dienstag dieser Woche insgesamt 1.000 Thüringer. Die Ergebnisse reflektieren ein sich verändert habendes politisches Klima, welches sowohl die Coalition als auch ihre politischen Strategien erheblich beeinflussen könnte.


